Motivtorte Buch – Hardcover oder Taschenbuch?

  • Posted on Februar 22, 2014 at 10:32

Es begann damit, dass meine kleine Tochter der Meinung war, dass ich ja nieeeeeeeeee so tolle Motivtorten für SIE backen würde und endete damit, dass sie Sorge hatte zum ersten Mal in ihrem Leben KEIN Buch zum Geburtstag zu bekommen. Da ich dies von meiner Seite her wirklich nicht gewährleisten konnte, stand das Thema für ihren Kuchen natürlich schnell fest. Sie würde ihre Motivtorte bekommen und sie würde ihr Buch bekommen. Doch der Reihe nach… wie so oft hatte ich zu Beginn ja nicht wirlich einen Plan und nur so ungefähr eine Idee, wie das Ganze am Ende aussehen könnte. Ich habe inzwischen folgendes gelernt: die Ideen kommen mit der Gestaltung. Es hat wenig Sinn sich im Vorfeld total den Kopf zu zerbrechen. Solange das ungefähre Motiv steht, genügts. Der Rest kommt beim Arbeiten. Klar war für mich nur eines, es würde ein trockener, relativ einfacher Kuchen im Inneren sein, denn zum Einen hatte ich wirklich keine Lust auf etwas Aufwändiges, zum Anderen sollte der Kuchen ja in der Schule einfach auf der Hand zu essen zu sein. Ich entschied mich also für einen

3-Schichten-Kuchen (wenn man es genau nimmt, sinds sogar 4 Schichten)

Dazu braucht man folgende Zutaten (reichen für eine große rechteckige Form/Fettpfanne, für 3 Bücher)

für den All-in-Teig: (3.Schicht)

500g Zucker

500g Butter

10 Eier

1 Päckchen Vanillezucker

500g Mehl

1 Päckchen Backpulver

für die 1. Schicht

Schokostreusel

für die 2. Schicht

Nuss-Nougat-Creme (Nutella) oder auch Kakao

Aus den Zutaten der 3. Schicht einen Rührteig zubereiten, dazu Zucker/Vanillezucker mit Butter schaumig schlagen, dann die Eier einzeln, jedes Ei etwa 30 sek, unterrühren. Mehl mit Backpulver mischen und in zwei Schwüngen unterziehen.

Den Teig nun in 3 Teile aufteilen. Einen Teil mit Schokostreusel und einen Teil mit Nuss-Nougat-Creme anreichern (Menge nach Augenmaß), den letzten Teil natur belassen. Im übrigen kann man natürlich auch nach belieben austauschen, zb Kokosflocken oder Nüsse etc unter den Teig ziehen.

Eine Fettpfanne gut einfetten und die 1. Schicht (hier mit Schokostreuseln) einfüllen. Anschliessend die 2. Schicht darübergeben und zum Schluss die 3. Schicht. Ich habe zunächst nur einen Teil des “natur” Teiges über den Schokoladenteig gegeben und das ganze mit einer Gabel durchzogen  (Marmor) und dann erst die komplette helle Schicht drüber gegeben, so hatte ich quasi meine 4. Schicht

Den Teig bei 175 Grad etwa eine Stunde backen (bei mir ging er sehr hoch), Stäbchenprobe machen und auskühlen lassen. DSC_4296

Da der Kuchen mit Hubbel gebacken war, also in der Mitte hochging, musste ich ihn nicht nur in die passenden Stücke, sondern auch gerade schneiden. Aber das bin ich ja gewohnt, passiert mir ja irgendwie immer.

Die Ganache, die ich brauche um den Kuchen vor dem Einkleiden mit Fondant einzukleistern, hatte ich bereits zeitig vorher fertig gemacht. Für die Ganache habe ich 200ml Sahne und 400g Vollmilchschokolade verwendet. Dazu wird die Sahne kurz erhitzt, dann die kleingehackte Schokolade unter gelegentlichem Rühren darin aufgelöst. Für gewöhnlich kommt diese Masse dann – am besten über Nacht – an einen trockenen kühlen Ort, wie zum Beispiel den Keller und wird vor Gebrauch noch einmal hell aufgeschlagen. Wenn man es wie ich eilig hat, tuns auch ein paar Stunden im Freiluftkühlschrank, solange die Temperaturen noch im Keller sind ;-) Zum Einstreichen kann man ganz gut kleinere Mengen mit einem Löffel abstechen und in einer kleinen Schüssel in der Mikrowelle kurz!! erhitzen, dann lässt sie sich einfacher verstreichen. DSC_4297

Nach dem Auskühlen hiess es dann erstmal mit Ganache einstreichen und glätten und anschliessend, nach dem Trocknen, ging es dann ans Dekorieren. Eigentlich wollte ich zwei oder drei “Bücher” stapeln, doch ich musste feststellen, dass mir der Kuchen dafür doch etwas zu hoch war und ich entschied mich für zwei einzelne Bücher, einmal in “Hardcover” und einmal in “Taschenbuch” – Format.

Als erstes war das Hardcover-Buch dran. Es sollte ein wenig an eines von Carinas Lieblingsbüchern erinnern – Die Tribute von Panem – und/oder grün sein, denn Grün ist ihre Lieblingsfarbe. Da ich schon bei meiner Prinzessinschloss-Torte gute Erfahrung mit dem fertigen Fondant der Rosenheimer Gourmet Manufaktur (RGM) gemacht, war klar, dass ich diesen wieder verwenden würde. Ich hatte noch ein Paket weissen Fondant da, den ich mit Wilton-Farbpaste “hellgrün” marmorierte.

Zunächst mussten die Buchseitenkanten her. In Anlehnung an ein Rezept in einer Backzeitschrift verwendete ich hierzu Marzipan, dass ich dünn auf die richtige Größe ausrollte und auf die Kanten drückte (es klebte nur schwerlich). DSC_4298 Anschliessend schlug ich den Kuchen von der Oberseite her bis zum “Buchrücken” mit Fondant ein, wobei ich die Kanten rundum ein klein wenig überstehen liess und sie nach innen einrollte.DSC_4299 Die unteren Buchkanten formte ich aus langen Fondantrollen, die ich rundum andrückte.

 

 

Dann kam die Frage nach dem Titel…kurz, knackig und Carinas Geburtstag implizierend sollte es sein… so kamen wir zu folgendem Buchtitel.

Der Titel besteht ebenfalls aus Fondant und ist mit wenig Icing (steifgeschlagenes Eiweiss mit gesiebtem Puderzucker zu einer relativ festen Masse verrührt) befestigt. Für die Aufschrift habe ich etwas Wiltonfarbe “burgund” mit einigen Tropfen Vanilleextrakt gemischt und mit einem Pinsel aufgetragen. DSC_4304Da mir die “Seiten” marzipanfarben gar nicht gefielen, habe ich sie rundum mit Icing eingestrichen und mit einem Rädchen die Linien eingezogen (geht auch mit nem Zahnstocher)DSC_4302DSC_4300DSC_4301

Hier und da noch ein paar Details und fertig war das Buch. DSC_4303DSC_4305

Das zweite Buch entstand nach dem gleichen Prinzip, nur dass es diesmal ein kleineres Format  (Taschenbuch) hatte und ich die Aktion mit dem Marzipan weggelassen und gleich das Icing verwendet hatte. Dadurch hat dieses Buch zwar keine weißen Buchkanten, weil die Ganache komplett durchscheint, aber Carina versicherte mir, dass sie auch ein Buch mit schwarzen Seiten besitzt ;-) Diesesmal habe ich den weißen Fondant mit etwas rotem Fondant (Altbestand) verknetet um eine marmorierte Fläche zu erhalten.

DSC_4309DSC_4308

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Alles in allem war ich doch zufrieden mit den Büchern, auch wenn sie teilweise etwas schief geraten sind und mir die Buchkanten mit dem Marzipan nicht so wirklich gelungen sind (ich fand es recht schwierig das Marzipan sauber in die richtige Länge auszurollen. In Zukunft würde ich dazu wohl auch eher Fondant verwenden!) Aber  meine Tochter hat sich sehr gefreut und war sehr stolz, diesen Kuchen mit in die Schule zu nehmen – und das ist doch die Hauptsache

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